Das Debüt 2016 – Bloggerpreis für Literatur

bloggerpreis2016Das Debüt ist ein Gemeinschaftsprojekt literaturaffiner Blogger, die hier regelmäßig über die Vielfalt literarischer Debüts berichten und informieren.

In diesem Jahr haben sie ein weiteres Großprojekt gestartet: Den Bloggerpreis für Literatur Das Debüt 2016. Ich freue mich riesig, dass ich das Projekt als Jurymitglied gemeinsam mit vielen anderen Literaturbloggern unterstützen darf. Das Bloggerteam von Das Debüt wählt bis November aus den eingereichten Romanen eine Shortlist aus. Die Jury hat dann bis zum 13. Dezember die Qual der Wahl. Jedes Jurymitglied wählt seinen Favoriten aus. Das Buch, das die meisten Stimmen auf sich vereinen kann, gewinnt den Preis Das Debüt 2016 und damit hoffentlich viele, viele Leser. 

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Matthias Brandt: Raumpatrouille

"Raumpatrouille" von Matthias Brandt ist sicher nicht die literarische Entdeckung des Jahres. Dennoch kann ich die Lektüre nur empfehlen. Weiterlesen ›
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André Kubiczek: Skizze eines Sommers

Mit der strahlenden Sommersonne im Nacken sitze ich auf dem Balkon und klappe „Skizze eines Sommers“ von André Kubiczek mit Begeisterung und Bedauern zu. So herrlich leicht und einfühlsam erzählt der 1969 in Potsdam geborene Autor vom DDR-Sommer des Lebens im Jahr 1985, dass ich wünsche, das Buch ende so wenig wie der Sommer.

Für den knapp 16-jährigen René beginnen die Sommerferien nach dem Abschluss der 10. Klasse unter ganz besonderen Umständen: Sein Vater reist für sechs Wochen als Mitglied einer DDR-Verhandlungsdelegation in die Schweiz. Da Renés Mutter schon vor Jahren starb, bleibt er allein mit tausend DDR-Mark in der Plattenbauwohnung in Potsdam zurück. Nicht so ganz richtig allein, denn seine drei Freunde Mario, Michael und Dirk verbringen den Großteil der Ferien ebenfalls vor Ort.

Was folgt, ist der Sommer ihres Lebens mit den ersten Erfahrungen in der Liebe und dem Entlieben, mit viel und zu viel Alkohol und vor allem mit geliebten und ersehnten Büchern.

Sehr geschickt verwebt André Kubiczek die Erzählung von der scheinbar grenzenlosen Freiheit der Jugend mit den Grenzen, die die DDR vor allem geistig Interessierten zog. Insbesondere für passionierte Leser bietet das Buch mit seiner Lektüreliste der Jugendlichen manche Stelle zum Schwelgen und Schmunzeln.

Der Erzählton ist leise und unaufgeregt und wirkt dadurch umso fesselnder. Das Buch zu lesen, macht durch und durch Freude. Traurig ist nur, dass man nicht erfährt, wie es René auf dem Eliteinternat ergehen wird. Fortsetzung erwünscht, lieber Herr Kubiczek.

„Die Skizze eines Sommers“ von André Kubiczek steht auf der Longlist der Kandidaten für den Deutschen Buchpreis 2016.

Rowohlt Verlag ISBN 9783644120419

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Han Kang: Die Vegetarierin

Alle Welt scheint in diesen Wochen über Han Kangs Buch „Die Vegetarierin“ zu sprechen und zu schreiben. Mehrere internationale Preise hat die südkoreanische Autorin dafür erhalten und das völlig zu Recht, wie ich finde. Weiterlesen ›

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Wytske Versteeg: Boy

In diesem Jahr stehen Autoren aus Flandern und den Niederlanden im Fokus der Frankfurter Buchmesse. Es wird also Zeit, den Frankfurter Ehrengast als Leseinspiration aufzugreifen und sich mit einigen Schriftstellern jenseits der berühmten Namen wie Harry Mulisch, Maarten ’t Hart, Cees Nooteboom oder Leon de Winter bekannt zu machen. Für den Anfang wählte ich den Roman „Boy“ von Wytske Versteeg. Erstens kenne ich nur Lobeshymnen über das Buch und zweitens bin ich selber Mutter zweier Teenager-Söhne. Weiterlesen ›

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Thomas Melle: Die Welt im Rücken

Ich bekenne es gleich: „Die Welt im Rücken“ von Thomas Melle ist das erste Buch, dessen Lektüre ich auf meinem seit fünf Jahren bestehenden Blog empfehle, ohne es selber zu Ende gelesen zu haben. Weiterlesen ›

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Leon de Winter: Geronimo

In seinem heute auf Deutsch erschienenen Werk entführt der niederländische Autor Leon de Winter seine Leser in die Welt der Geheimdienste und Superterroristen. Denn im Mittelpunkt seines Romans „Geronimo“ stehen Usama Bin Laden und seine Jäger. Und selbstverständlich ist jede Übereinstimmung mit tatsächlichen Personen, Organisationen, Ereignissen oder historischen Fakten reiner Zufall. Weiterlesen ›

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Veröffentlicht unter Belletristik, Niederlande

Dorit Rabinyan: Wir sehen uns am Meer

Der Roman „Wir sehen und am Meer“– erzählt von der israelischen Autorin Dorit Rabinyan – schlug schon vor seinem Erscheinen in deutscher Sprache hohe Wellen. Das Bildungsministerium in Israel nahm letztes Jahr seine bereits erteilte Zustimmung zurück, die Liebesgeschichte zwischen einer jüdisch-israelischen Übersetzerin und einem muslimisch-arabischen Künstler aus Ramallah auf die Lektüreliste israelischer High-Schools zu setzen. Es hagelte im In- und Ausland Proteste gegen die Entscheidung. Zumal namhafte Autoren wie Amos Oz sich von dem Werk beeindruckt zeigten. Ist das Buch die ganze Aufregung wert? Das Buch vielleicht nicht, das Thema schon. Weiterlesen ›

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Veröffentlicht unter Belletristik, Israel

Kazuo Ishiguro: Der begrabene Riese

Der Fantasy-Roman „Der begrabene Riese“ des britischen Schriftstellers Kazuo Ishiguro passt in vielerlei Hinsicht nicht in meine Lesegewohnheiten und doch gehört er für mich zu den stärksten Büchern des Jahres 2015. Weiterlesen ›

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Sacha Batthyany: Und was hat das mit mir zu tun?

Die Geschichte ist nicht ganz neu: Du bist Journalist in Europa, lebst Jahrzehnte nach dem Ende des 2. Weltkrieges und entdeckst, dass der Nationalsozialismus auch etwas mit deiner Familie zu tun hat. Eigentlich kein Wunder. Denn die Mörder, die Ausgrenzer und die Ignoranten waren nicht die Ausnahme, sondern die Regel im Dritten Reich. Ergo sind wir Nachfahren von Mördern, Ausgrenzern und Ignoranten. Hält man die Beweise für den Massenmord und das Wegschauen der eigenen Verwandten aber in den Händen, hat es ganz sicher sehr viel mit einem selber zu tun. Kein Wunder also, dass der Schweizer Journalist Sacha Batthyany die Geschichte seiner ungarisch-österreichisch-deutsch-schweizer Familie recherchiert und aufgeschrieben hat. Ein Wunder ist aber, wie gut ihm das gelungen ist. Weiterlesen ›

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Veröffentlicht unter Belletristik, Österreich, Schweiz, Ungarn
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