Alena Mornštajnová: Hana

Alena Mornštajnová ist in Tschechien Bestsellerautorin. Nun liegt endlich ein Roman von ihr in deutscher Übersetzung vor: „Hana“ wurde von Raija Hauck übersetzt und ist im österreichischen Wieser Verlag erschienen.

Der Roman heißt zwar Hana, aber erzählt wird er aus der Perspektive von Mira. Das 9-jährige Mädchen wächst gemeinsam mit ihren Geschwistern bei den Eltern in einer tschechischen Kleinstadt auf. Gleich zu Beginn, 1954, ereignet sich eine Familientragödie, an der Mira glaubt, schuldig zu sein. Zunächst wird sie von Freunden der Familie aufgenommen, muss dann aber doch zu ihrer Tante Hana ziehen.

Mira kennt Hana kaum. Die Tante war zwar immer wieder bei den Eltern zu Besuch gewesen, verhielt sich aber merkwürdig. Nach und nach erfährt das Mädchen die traumatische Geschichte ihrer Tante, die die Shoa knapp überlebt hat. Sie ist in der Kleinstadt als Außenseiterin mehr oder weniger geduldet. Als Außenseiterin gilt sie nicht nur wegen ihrer besonderen Verhaltensweisen, sondern vor allem als Jüdin. Die Tradition des Antisemitismus scheint ungebrochen.

Hanna braucht lange, um zumindest für ihre Nichte einen neuen Lebenswillen zu entwickeln.

Brillant erzählt Alena Mornštajnová von Liebe, Verrat und Hoffnung vor dem Hintergrund zweier Diktaturen.

Wieser Verlag ISBN 9783990294383

Hinweis: Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar! Die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars hat keinerlei Einfluss auf meine Rezension.

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