Alex Schulman: Die Überlebenden

Dank Bloggerkollegin Sophie Weigand bin ich auf diesen Leseschatz gestoßen: Der schwedische Autor Alex Schulmann erzählt die Geschichte einer dysfunktionalen Familie. Na klar, das Thema ist nicht neu, aber die Umsetzung!

Denn Alex Schulmann beginnt mit dem Ende – mit drei erwachsenen Brüdern, die den letzten Willen ihrer Mutter erfüllen wollen. Niklas, Benjamin und Pierre sollen die Asche der Mutter am See des Familiensommerhauses verstreuen.

Abwechselnd begleitet der Autor die drei Brüder am „Beerdigungstag“ rückwärts und durch ihre Kindheit vorwärts. Klingt verwirrend? Ist es aber gar nicht. Im Gegenteil. Mit jedem Kapitel fügt sich ein weiteres Puzzlestück, das einen umso neugieriger auf das nächste Kapitel und damit Puzzlestück macht.

Mehr und mehr werden die Traumata der nun erwachsenen Kinder sichtbar, aber auch die der Eltern. Über allen fünf Familienmitglieder:innen liegt eine unheilvolle Sprachlosigkeit. Weder sprechen die alkoholkranken Eltern mit den Jungs noch die Jungs untereinander.

Ob das Kalkül der Mutter aufgeht, dass die Brüder in dem für die Familie so bedeutenden Sommerhaus wieder zueinanderfinden, möchte ich an dieser Stelle nicht verraten.

„Die Überlebenden“ ist meine bisher ergreifendste Lektüre des Jahres.

dtv ISBN 9783423439404

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