Ama Adhe: Doch mein Herz lebt in Tibet

Ja, der Titel "Doch mein Herz lebt in Tibet" klingt leicht kitschig. Auch der Untertitel "Die bewegende Geschichte einer tapferen Frau" verspricht große Emotionen. Und ja, die Sprache in diesem Buch ist entsprechend gefühlvoll. Deshalb lag das Werk auch ungelesen viele Monate in meiner Schublade geliehener Bücher. Heute bin ich froh, dass mein Buchvorrat zur Neige ging, und ich mich doch an dieses Werk heran gemacht habe.

Das Buch der Tibetanerin und Analphabetin Ama Adhe ist aus Gesprächen mit einer amerikanischen Autorin entstanden. Mit ihrem Lebens- und Leidensweg schildert Adhe zugleich das Schicksal Tibets in den Jahrzehnten chinesischer Besatzung. Es ist die Geschichte der systematischen Zerstörung der tibetischen Kultur und Religion. Zudem ist es eine Erzählung über Folter und Verfolgung von Millionen Menschen und der Unterdrückung eines ganzen Volkes. Eines Volkes, das heute noch auch ohne die riesigen Lagerlandschaften der 50iger bis 80iger Jahre unter der gleichen Besatzung und vor allem kultureller Entfremdung leidet. Doch scheint es nicht über vielversprechende Bodenschätze zu verfügen, denn in der westlichen Welt herrscht großes Schweigen über die Situation der Menschen in Tibet, immerhin ein Land so groß wie Westeuropa.

"Doch mein Herz lebt in Tibet" ist kein literarisches Meisterwerk, aber ein Muss für jeden politisch interessierten Leser.

Ungekürzte Lizenzausgabe der RM Buch und Medien Vertrieb GmbH und der angeschlossenen Buchgemeinschaften
Buch-Nr. 056366

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Veröffentlicht unter Belletristik, Tibet

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