Antonio Ortuno: Madrid, Mexiko

Gewalt gebiert Gewalt - auch über die Jahrzehnte und Kontinente hinweg. Der mexikanische Schriftsteller Antonio Ortuño findet für diese alte Weisheit in seinem Werk „Madrid. Mexiko“ eindrückliche Worte.

Der Roman beginnt im Jahr 1923 in Madrid. In den Jahren nach dem 1. Weltkrieg ist auch in Spanien der Kampf um die zukünftige politische Ordnung entbrannt. Yago Almansa und sein Freund Benjamin fühlen sich als Jugendliche von den anarchistischen Idealen angezogen. Beide interessieren sich zudem für Maria, die schöne Tochter des Herausgebers einer anarchistischen Zeitung.

Als sich Benjamin in den dreißiger Jahren für die Ideologie des Kommunismus entscheidet und Maria für Yago werden aus Freunden erbitterte Feinde. Maria und Yago fliehen deshalb nicht nur vor dem Sieg Francos, sondern auch vor der Rache Benjamins nach Mexiko.

Doch das Exil ist kein Paradies und vor allem kein Zufluchtsort für die heimatlichen Konflikte. Bedrohung und Gewalt bleiben die ständigen Begleiter der Familie Almansa auch in der dritten Generation. Yago und Marias Enkelsohn Omar gerät 1997 mit 19 in den Strudel der mexikanischen Gewalt und flieht seinerseits nach Spanien.

Antonio Ortuño schildert, wie sehr die politischen Geschichten das Private beeinflussen und den Menschen zur Flucht vor Regimes - aber vor allem vor sich selber - bewegen.

Verlag Antje Kunstmann ISBN 9783956141805

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Veröffentlicht unter Belletristik, Mexiko, Spanien

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