Ayelet Gundar-Goshen: Lügnerin

Wer kennt sie nicht, die Nöte des unscheinbaren, braven Teenagers. Nuphar, die Titelheldin des Romans "Lügnerin" von Ayelet Gundar-Goshen, ist der Prototyp dieses netten, von allen übersehenen Mädchens. Schüchtern und unsicher verzweifelt sie an ihrer Bedeutungslosigkeit für Familie und Mitschüler.

Doch dann kommt ihr großer Tag: Ein narzisstischer Schauspieler, der nur noch vom Abklatsch seines Ruhmes zehrt, benimmt sich Nuphar gegenüber unangemessen. Zeugen interpretieren sein schlechtes Benehmen als Übergriff auf das junge Mädchen. Ehe sie begreift, was sie tut, widerspricht Nuphar dieser Darstellung nicht. Im Gegenteil. Sie übernimmt sie und ist von einer Minute zur anderen sicht- und hörbar bedeutend.

Die Lüge verändert ihr Leben: Nuphar wird positiv wahrgenommen, erfährt ihre erste Liebe und sticht sogar ihre schöne Schwester aus. Warum also mit dem Lügen aufhören?

Wie immer greift die israelische Schriftstellerin Ayelet Gundar-Goshen ein gesellschaftlich relevantes Thema auf. Im Gegensatz zu ihren beiden bereits auf Deutsch erschienenen Romanen "Eine Nacht, Markowitz" und "Löwen wecken" kann mich dieses Mal die literarische Umsetzung nicht ganz überzeugen. Streckenweise ist die Sprache für meinen Geschmack zu gekünstelt, um zu wirken.

Kein & Aber ISBN 9783036957661

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Veröffentlicht unter Belletristik, Israel

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