Benedict Wells: Hard Land

Kein zeitgenössischer deutschsprachiger Autor schreibt so einfühlsam über Menschen wie Benedict Wells. Das beweist er auch in seinem jüngsten Roman „Hard Land“.

Sam ist 15 Jahre alt. Er lebt Mitte der 80er-Jahre in einer Kleinstadt in den USA. Seit der Schließung der Textilfabrik scheint die Stadt Stück für Stück zu sterben. Die Arbeitslosigkeit ist in der Elterngeneration hoch. Ein Geschäft nach dem anderen muss schließen. Die High-School-Schüler träumen vom Weggang. Das ist das düstere Setting, in den dem Sam sein Coming-of-Age erlebt.

Sams privates Umfeld ist noch düsterer: Seine Mutter ist krebskrank. Sein Vater ist arbeitslos. Der Überlebenskampf der Mutter überschattet das Leben von Sam seit Jahren. Hinzu kommt, dass sein Vater ein wortkarger Typ ist, der mit der viel älteren, inzwischen an der Westküste lebenden Schwester ein viel engeres Verhältnis zu haben scheint. Sams bester Kinderfreund ist ebenfalls weit weggezogen.

Die Trendwende bringt der Sommer seines Lebens. Er lernt eine Freundesclique kennen, die ihn so nimmt, wie er ist. Die erste Liebe folgt. Am Ende des Sommers wechseln die Freunde auf Colleges, verlassen den Ort. Aber Sam ist nicht mehr allein. Er hat gelernt, sich zu behaupten, sich zu öffnen und seine Ängste zu überwinden.

Das klingt kitschig. Ist es aber nicht. Und das liegt an der Sprachkunst von Benedict Wells.

Hinweis: Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar! Die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars hat keinerlei Einfluss auf meine Rezension.

Diogenes Verlag ISBN 9783257864052

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