Bov Bjerg: Auerhaus

Seit Monaten schwärmen Freunde, Blogger und Literaturkritiker von Bov Bjergs Roman "Auerhaus". Zu Recht!

Irgendwo in der westdeutschen Provinz der 80er-Jahre steht "Auerhaus". Sechs Jugendliche - der Erzähler, Frieder, Vera, Pauline, Harry und Cäcilia - alle im Alter von 17 und 18 Jahren leben ihren Traum von Freiheit im Haus von Frieders Großvater. Ein bisschen Sex, ein wenig Alkohol oder Pott und viele kleine und größere Ausraster leisten sich die sechs Heranwachsenden in ihrer Wohngemeinschaft und in der Kreisstadt. Trotz aller Konflikte haben sie einfach Spaß miteinander.

Aus ihren WG-Fenstern schallt der Sound der Achtziger. "Our House" von Madness gehört zu ihren Lieblingssongs. Da ihre Nachbarn den Titel mit einem deutlichen deutschen Akzent aussprechen, nennen sie das WG-Haus Auerhaus.

Mit einer ungemeinen Leichtigkeit und dennoch Tiefe erzählt Bov Bjerg vom Erwachsenwerden der sechs Randgestalten. Sie feiern gemeinsam das Leben und beschützen sich in ihrer jeweiligen Andersartigkeit. Wie nötig sie alle den Schutz dieser Gemeinschaft brauchen, erfahren sie erst, als es für mindestens zwei von ihnen zu spät ist.

Doch selbst der Tod oder der Knast sind hier "nur" das Ende von einer zu kurzen, aber lebenswerten Lebensspanne.

Bov Bjerg ist ein großartiger Roman voller Sprachgewalt und für deutsche Romane sehr seltenen Humor gelungen. Auerhaus ist generationsübergreifend ein Lektüreerlebnis.

Aufbau Verlag Berlin ISBN 9783841209917

 

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Veröffentlicht unter Belletristik, Deutschland

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