Chad Harbach: Die Kunst des Feldspiels

Spätestens seit Louis Begleys Buch "Ehrensache" stellen amerikanische Colleges eine hervorragende Kulisse für ebenso exzellente Romane dar. Dies gilt auch für Chad Harbachs Roman "Die Kunst des Feldspiels".

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Henry, ein junger talentierter Baseballspieler. Er wird von Schwartz entdeckt. Schwartz ist selbst Spieler und Kapitän der Baseballmannschaft seines Colleges. Er holt Henry in seine Mannschaft und fördert ihn, wo er nur kann. Eine scheinbar tiefe Männerfreundschaft entsteht. Doch als Henry kurz vor dem Durchbruch als Starspieler steht und den Druck nicht mehr aushält, hält auch die Freundschaft nicht mehr stand.

Geschickt erzählt der Autor, wie sich die beiden aus ihren persönlichen Krisen herausarbeiten. Ganz nebenbei gelingt es ihm, die Geschichte des Collegepräsidenten und seiner Tochter zu schildern. In allen Lebensentwürfen geht es um das Siegen, um Ehrgeiz und Eitelkeit, um die Suche nach Liebe und Anerkennung, aber auch um das Scheitern und Fehlen.

Die Sportwelt ist gar nicht meine Welt und so brauchte ich ein wenig Zeit, um mit dem Buch warm zu werden. Ich bin aber froh, dass ich mich auf das Thema eingelassen habe, denn "Die Kunst des Feldspiels" ist ein sprachlich wie thematisch überaus gelungener Debütroman.

DuMont Buchverlag ISBN 9783832196264

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Veröffentlicht unter Belletristik, USA

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