Claudia Rikl: Der stumme Bruder

Endlich ist es so weit: Ich darf meine Rezension zum zweiten, heute erschienenen Krimi meiner Freundin Claudia Rikl veröffentlichen. Freundin hin oder her, wenn ich vom Buch nicht überzeugt wäre, würde ich es euch nicht empfehlen.

"Der stumme Bruder" lautet der zweite Kriminalfall um den Ermittler Michael Herzberg, der in der Mecklenburger Provinz über aktuelle Leichen mit historischem Hintergrund stolpert. Zum Glück! Denn Claudia Rikl erarbeitet sich mit Hilfe dieser Fallkonstruktionen die Gelegenheit, über bis in die Gegenwart prägende Ereignisse zu erzählen.

Der Kriminalroman beginnt mit einer brutalen und unglaublich eindringlich geschriebenen Selbstmordszene im Frühjahr 1945, als die Rote Armee vergewaltigend durch das kleine Dorf in Mecklenburg Vorpommern zog. Schnitt und weiter geht es im zweiten Kapitel mit der Liebesaffäre von Kommissar Michael Herzberg im Hier und Jetzt, die aber je unterbrochen wird, weil ein Fall auf ihn wartet: Der Inhaber eines Gutshofes in einem kleinen Ort in Mecklenburg Vorpommern ist unter mysteriösen Umständen verstorben.

Wie sich das für einen guten Krimi gehört, profitieren gleich mehrere Dorfbewohner von seinem Tod und hätten ein Motiv, ihn zu ermorden. Doch war es überhaupt Mord? Und haben nicht viele "Wessis" nach der "Wende" und ihrer Rückkehr an ihre alten Wirkungsstätten auf dem Gebiet der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik Hass und Wut auf sich gezogen? Reichen die Lügen und Intrigen des Gutsbesitzers aus, um einen Mord zu provozieren? Oder gibt es einen guten Grund, warum die Autorin ihren Roman mit dem Einzug der Roten Armee in das Dorf beginnt?

So viel sei verraten: Ein Schwein, bleibt ein Schwein! Alles andere solltet ihr unbedingt selber erlesen! Oder ihr kommt zu den Lesungen im Rahmen von Leipzig liest am 20. und 21. März.

Rowohlt Verlag ISBN 9783 463407074

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Veröffentlicht unter Belletristik, Deutschland
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