David Mitchell: Die tausend Herbste des Jacob de Zoet

Mit seinem Roman "Die tausend Jahre des Jacob de Zoet" entführt David Mitchell seine Leser auf eine Reise nach Japan an der Wende des 18. und 19. Jahrhunderts.

Die Niederländische Ostindien-Kompanie schickt einen Buchhalter, Jacob de Zoet, nach Nagasaki, ihrer einzigen Handelsniederlassung in Japan. Mit an Bord sind zwei weitere hohe Beamte der Kompanie. Ihr gemeinsamer Auftrag ist es, die Handelsniederlassung wieder profitabel zu machen, indem die Mitarbeiter daran gehindert werden, zu viel auf eigene Rechnung zu verkaufen.

Ein Spiel beginnt zwischen den scheinbar unbestechlichen niederländischen Kontrolleuren, den Mitarbeitern vor Ort und den japanischen Machthabern. Im Laufe des Romans verschwimmen die Grenzen. Aufrichtigkeit und Lüge, Respekt und Verachtung, Liebe und Hass - alle Gefühle, Schwächen und Stärken sind auf allen Seiten zu finden.

Vielschichtig und liebevoll zeichnet Mitchell seine Figuren. Unbarmherzig schildert er die jeweils zynischen Gesellschaftsordnungen mit ihren eigenen Regeln von erlaubt und nicht erlaubt.

Im ersten Impuls empfindet man Dankbarkeit, dass wir in einer freien und toleranten Welt leben. Auf den zweiten Blick erkennt man jedoch, wie viel von der Gier nach Reichtum und Macht auch unsere ach so gleichberechtigte Welt beherrscht.

Ein spannendes Geschichtsbuch und ein starkes Stück Literatur!

Rowohlt Verlag ISBN 9783498045180

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Veröffentlicht unter Belletristik, Japan, Niederlande
2 Kommentare auf “David Mitchell: Die tausend Herbste des Jacob de Zoet
  1. Mara sagt:

    Liebe Ruth,

    das Buch von David Mitchell hat mich bereits im vergangenen Jahr bezaubert und begeistert. Am Anfang habe ich mir schwer getan mit der Lektüre, denn der Titel verspricht ja beinahe eine Geschichte über Jacob de Zoet, der dann doch gar nicht so sehr im Mittelpunkt des Geschehens steht. Dennoch für mich ein großartiger Roman, den ich nahezu verschlungen habe.

    Viele Grüße
    Mara

    • Ruth Justen sagt:

      Liebe Mara, ich freue mich, dass wir mal wieder auf einer Linie sind.Habe gerade von Adam Johnson einen Roman über Nordkorea verschlungen. Kann das Buch „Ds geraubte Leben des Waisen Jun Do“ nur empfehlen. Ich darf aber erst ab dem 9.3. öffentlich darüber schreiben. Liebe Grüße Ruth

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