Diana Feuerbach: Die Reise des Guy Nicholas Green

Im normalen Leserleben lasse ich mich von der Gestaltung eines Buchcovers schwer beeindrucken. Leider! Denn den Debütroman von Diana Feuerbach hätte ich aufgrund des kitschigen Covers nie in die Hand genommen. Und das wäre ein echter Verlust gewesen.

Die in Leipzig lebende Autorin schildert die Erlebnisse des südafrikanische Weltenbummlers Guy Nicholas Green in Odessa. Guy ist nach einem Zusammenbruch bei seinem letzten NGO-Job in Südamerika auf dem Weg nach Indien in Odessa gestrandet. In seine Heimatstadt Kapstadt will er auf gar keinen Fall zurückkehren. Stattdessen hofft er auf eine Überweisung seiner Mutter. Schließlich will er von einem indischen Guru Gelassenheit im Umgang mit der Welt erlernen.

In dieser Warteposition verbringt er zwei Wochen in einem Hostel in Odessa. Alle anderen Gäste in seiner Pension sind in Odessa auf der Suche nach Bräuten. Von dubiosen Heiratsvermittlungsportalen wurden sie aus aller Welt angelockt und erkennen zu spät, dass die Frauen vor Ort nicht einen Ehemann, sondern eine kurz- bis mittelfristige Einkommensquelle suchen.

Der Autorin gelingt es, beiden Seiten gerecht zu werden. So beleuchtet sie das harte Leben der Frauen in Odessa - gleich welchen Alters - und schildert die Einsamkeit der Männer aus dem vermeintlich so glücklichen und reichen Westen.

Und da der Mensch nur durch andere Menschen lernt, gelingt es Guy, seine Gelassenheit dem Leben und seinen Ungerechtigkeiten gegenüber ganz ohne Guru zu erlernen.

Ich hoffe, ich werde in den nächsten Jahren weitere Bücher von Diana Feuerbach lesen dürfen!

Danke, liebe Susanne für den wunderbaren Lesetipps :).

Osburg Verlag, ISBN 9783955100391

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Veröffentlicht unter Belletristik, Ukraine

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