Diane Broeckhoeven: Was ich noch weiß

Die flämische Autorin Diane Broeckhoeven legt mit ihrem Roman „Was ich noch weiß“ ein berührendes Mutter-Sohn-Porträt vor.

Ein Schlaganfall reißt Manon, eine 68-jährige Mutter und Großmutter, aus dem Leben. Für die behandelnden Ärzte und ihre Familie steht fest, dass sie nie wieder ein selbstbestimmtes Leben führen wird. Die Familie verkauft daher ihr Haus samt Inhalt. Doch Manon überrascht sie alle. Sie schafft es, sich zurück ins Leben zu kämpfen.

Der Leser begegnet ihr zu Beginn des Romans in einen Sozialkaufhaus, in dem sie ihren alten Ohrensessel wiederentdeckt. Er ist das Symbol für ihren Versuch, die Bruchstücke des Lebens wieder zusammen zu fügen. Ein Happy-End als Einstieg.

Abwechselnd erzählen Manon und ihr Sohn Peter in Rückblenden die Familiengeschichte. Manon und Paul haben drei Kinder im Teenageralter, Odette, Babette und Peter, als Paul die Familie verlässt. Er heiratet seine jüngere Geliebte und die Geschwister bekommen einen Halbbruder, Merlijn. Manon gerät in eine Krise, die besonders für ihren Sohn zur Belastung wird. 

Aus der Rückschau hat Peter den Eindruck, dass er immer flieht, wenn seine Mutter ihn braucht. Deshalb ist er auch nach ihrem Schlaganfall mehr als alle anderen für sie da.  

Ich weiß, der Inhalt des Romans klingt nach einem Mix aller Familienklischees Mitteleuropas. Was Diane Broeckhoeven daraus macht, ist aber alles andere als ein Klischee. Die Autorin zaubert ein feinsinniges Porträt einer ganz "normalen" Familie.

C.H.Beck ISBN 9783406696794

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Veröffentlicht unter Belletristik, Flandern, Niederlande

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