Dirk Brauns: Die Unscheinbaren

Betrug ist das große Thema des deutsch-deutschen Romans „Die Unscheinbaren“ von Dirk Brauns.

Martin ist 18 Jahre alt. Er liegt gemeinsam mit seiner Freundin Angelika im Bett, als die Stasi die Wohnung von Angelikas Eltern stürmt und Martin abführt.
Der fällt aus allen Wolken, als er erfährt, dass seine Eltern für Westdeutschland spioniert hatten. Er fühlt sich in doppelter Hinsicht betrogen. Zumal die Eltern vor allem aus finanziellen Interessen heraus das Risiko der Spionage eingingen. Zählen seine Interessen als Kind, das einfach nur einen sicheren elterlichen Hafen möchte, gar nicht?

Soweit der Anfangsplot. Doch schnell wird klar, nicht nur die Eltern waren Betrüger, spielten mehrere Rollen gleichzeitig. Was ist mit den ehemaligen Nachbarn in der DDR oder mit den anderen in die elterlichen Operationen eingeweihten BND-Agenten? Wer hat hier wen wann verraten? Und geht es irgend jemanden in dem Spionagespiel um mehr als Geld? Was ist eigentlich mit der nächsten Generation? Macht die es besser oder ist sie nur geschickter in Sachen Selbstbetrug?

„Die Unscheinbaren“ ist ein kluges Buch über menschliches Verhalten jenseits von Systemen.

Verlag Galiani Berlin ISBN 9783462319811

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