Dirk Kurbjuweit: Die Freiheit der Emma Herwegh

Dirk Kurbjuweit sollte eigentlich mit seiner Arbeit als Journalist ausgelastet sein. Dennoch schafft er es immer wieder, überraschend beeindruckende Bücher zu schreiben. In „Die Freiheit der Emma Herwegh“ macht Dirk Kurbjuweit eine Revolutionärin aus dem 19. Jahrhundert zur Romanheldin.

Emma Herwegh wird als Tochter eines reichen jüdischen Hoflieferanten geboren. Sie begehrt gegen ihr bürgerliches Leben aus, bleibt lange unverheiratet bis sie den Dichter Georg Herwegh trifft. Mit ihm teilt sie die revolutionären Ideen und die Empathie mit den Armen. Nach der Hochzeit leben sie vom Geld ihres Vaters. Das halten beide für nur recht und billig. Emma folgt ihrem Mann auf allen revolutionären Pfaden bis hin zur Beteiligung an einem Heer, dass 1848 regelrecht in den Krieg zieht.

Ihr Leben und Wirken ist beachtlich. Es zeugt von großer innerer Freiheit von allen bis dato gelernten Traditionen und gesellschaftlichen Normen. Dennoch ist Emma ihrem Mann mehr als treu ergeben. Hörig wäre wohl ein passenderes Wort. Sie akzeptiert nicht nur jeden Seitensprung ihres Mannes. Sie unterstützt sogar die lang anhaltenden Affären. Alles geschieht im Namen der Liebe. Freiheit sieht anders aus. Gerade dieser Widerspruch zwischen einer durch und durch gesellschaftlich emanzipierten Frau und einer seelisch völlig abhängigen Ehefrau macht den Reiz der Geschichte aus. Nebenbei begegnet man in dem wunderbar tiefsinnigen Roman noch Karl Marx und Heinrich Heine.

Carl Hanser Verlag ISBN 9783446256033

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  1. […] Ruth liest hat dieses Buch bereits besprochen und Dennis Scheck sprach mit Dirk Kurbjuweit in der Literatursendung lesenswert über sein neuestes Werk. […]

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