Dirk Kurbjuweit: Kriegsbraut

Was treibt Menschen in eine Armee? Warum ziehen Frauen zunehmend Uniformen an? Ich weiß es nicht - ehrlich nicht. Das Buch "Kriegsbraut" von Dirk Kurbjuweit lässt mich in dieser Frage ratlos zurück.

Kurbjuweits beschreibt in seinem jüngsten Roman den Weg einer jungen Frau - Esther - zur Bundeswehr. Von Berlin nach Afghanistan folgt der Leser ihren Spuren. Von Einsamkeit zur Kameradschaft könnte man sagen.

Zum Bundeswehreinsatz gehört aber nicht nur Kameradschaft und der Einsatz für die Einhaltung der Menschenrechte. Vor allem gehört die Angst vor den Taliban dazu. Die Angst, nicht zu wissen, wer der "Feind" ist. Jeder Kochtopf am Rande eines Feldes wird zur tatsächlichen oder möglichen Bedrohung.

Und dann folgt die Liebe. Eine "unmögliche" Liebe ist es wohlgemerkt. Sie wird gestört durch die blutige Spuren, die die Taliban und die westlichen Armeen durch das Land ziehen.

Mit jeder Lektüreseite wächst die Beklemmung. Am liebsten würde man Esther zurufen: "Schmeiß den Kram hin". Treffend lässt Kurbjuweit seine afghanische Hauptfigur Mesud sagen, dass wer immer das Land betritt, sich schuldig macht. Aber, wer immer das Land verlässt, macht sich auch schuldig am Elend in der Region.

Kriegsbraut ist ein ganz starkes Buch. Es fesselt auch nicht primär an politischen Fragen interessierte Leser.

Rowohlt Berlin 2011, ISBN 9783871346613,

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Veröffentlicht unter Afganistan, Belletristik, Deutschland

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