Doris Lessing: Das fünfte Kind

Eine Mittelstandsfamilie in England steht im Mittelpunkt von Doris Lessings Roman „Das fünfte Kind“. Der Vater hat eine leitende Position, die Mutter ist zu Hause und kümmert sich um die vier Kinder. Die Großeltern unterstützen zwar das Paar finanziell, sie stoßen sich aber an den Vorstellung ihrer Kinder von einer großen, glücklichen Familie.

Ihre Kritik scheint berechtigt als Harriet zum fünften Mal schwanger wird. Dieses Mal wollte sie eine längere Pause einlegen und so tut sie sich von Anfang an schwer mit der Schwangerschaft. Zudem ist das Ungeborene extrem groß und rege in ihrem Unterleib. Schon vor der Geburt hat sie den Eindruck, kein menschliches Wesen unter dem Herzen zu tragen. Dieser Eindruck wird nach der Geburt noch verstärkt. Auch die anderen Familienmitglieder – Großeltern und Geschwister – empfinden von Anfang an eine Abneigung gegen Ben.

Ben entwickelt sich in seiner Kindheit recht seltsam. Er ist gewalttätig und verschlagen. Zunächst wird er im Haus isoliert, damit die anderen Kinder in Sicherheit sind. Später schiebt ihn die Familie in ein Heim ab. Die schrecklichen Umstände im Heim erträgt die Mutter nicht und holt Ben wieder nach Hause. An dieser einsamen Entscheidung zerbricht die Familie.

Doris Lessing gelingt hier ein eindringliches Porträt unserer Sehnsüchte, unserer Selbstbilder, aber auch unserer Abgründe.

btb Verlag in der Verlagsgruppe Random House 1997, ISBN 9783455019070

Getagged mit: , ,

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.