Dror Mishani: Drei

Der israelische Schriftsteller Dror Mishani wurde hierzulande bekannt mit seinen Krimis „Vermisst“ und „Die schwere Hand“ rund um den Ermittler Avi Avraham. Doch erst in seinem jüngsten Werk „Drei“ zeigt der Literaturwissenschaftler sein ganzes Können.

Denn „Drei“ erzählt nicht einfach eine Kriminalgeschichte nach dem Motto: Mord, Auftritt Ermittler, Mörder überführt. In Drei begegnen wir hintereinander drei einsamen Frauen, die sich nichts weiter wünschen, als wahrgenommen zu werden.

Orna lebt seit der Scheidung von ihrem Mann allein mit ihrem gemeinsamen Sohn. Ihr Ex-Mann hat eine neue Frau geheiratet, mit der er in Nepal wohnt. Sie lernt einen Gil über ein Dating-Portal an. Sie hat gute Gründe an einer gemeinsamen Zukunft mit ihm zu zweifeln, aber warum soll sie nicht auch ein Abenteuer genießen? Emilia stammt aus Riga und arbeitet als Pflegerin in Israel. Sie hat keine Familie mehr, die in Lettland auf sie wartet. Auch in Israel hat sie nur Kontakt zu den Angehörigen der ihr anvertrauten alten Menschen. Einziger Lichtblick ist Gil, der Sohn ihres inzwischen verstorbenen Pflegefalls Nachum. Die dritte Frau, die Gil im Buch trifft, heißt Ella. Sie schreibt an ihrer Masterarbeit und fühlt sich von ihrem eifersüchtigen Mann unverstanden und ungeliebt.

Wer ist Gil, der charmante und zurückhaltende Rechtsanwalt, wirklich? Wie viel nehmen die uns nahe stehenden Menschen von uns wahr, auch wenn wir noch so versuchen, Details unseres Lebens zu verbergen? Die Antworten darauf findet ihr im unbedingt lesenswerten Kriminalroman „Drei“.

Diogenes ISBN 9783257609868

Hinweis: Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar! Die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars hat keinerlei Einfluss auf meine Rezension.

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