Durs Grünbein: Die Jahre im Zoo

Der Dichter, Übersetzer und Essayist Durs Grünbein hat seine Erinnerungen an eine Kindheit und Jugend in Dresden-Hellerau unter dem Titel „Die Jahre im Zoo“ zu Papier gebracht. Das klingt nach einer Autobiographie. Tatsächlich gelingt dem 1962 geborenen Erzähler viel mehr.

Durs Grünbein bringt die Gartenstadt Hellerau zum Erwachen. Bildlich in Texten und Photos schildert er die Geschichte der Gartenstadt und seiner Künstler. Gleichzeitig erfährt der Leser vieles über das Aufwachsen im Tal der Ahnungslosen innerhalb der weitgehend abgeschotteten DDR.

In erzählerischen Exkursen berichtet Durs Grünbein von seinen Sehnsüchten und Sehnsuchtsfiguren. Bereits als Jugendlicher versucht er sich durch die Weltliteratur zu lesen. Franz Kafka, dessen Bücher in der DDR nicht auf dem offiziellen Programm standen, öffnet dem jugendlichen Leser einen neuen Horizont. Franz Kafkas Besuch in Dresden verwebt sich in Grünbeins Erzählung mit den eigenen Kindheitserinnerungen. Gottfried Benn, Else Lasker-Schüler, Adolf Hitler – sie alle spielten in der Geschichte Helleraus und/oder Durs Grünbeins eine Rolle.  So schlägt der Autor in seinem Buch einen weiten Bogen durch die Geschichte des 20. Jahrhunderts.

„Die Jahre im Zoo“ sind ein geistreiches, sprachlich hervorragendes und sehr persönliches Zeugnis deutscher Geschichte des 20. Jahrhundert. Die Lektüre ist für alle kulturhistorisch interessierten Menschen eine wahre Bereicherung.

Wer mehr über das Buch und seinen Autor wissen will, dem sei das ausführliche Gespräch von MDR Figaro Literaturredakteurin Dr. Katrin Schumacher mit Durs Grünbein empfohlen.

http://www.mdr.de/mdr-figaro/literatur/durs-gruenbein104.html

Suhrkamp ISBN 9783518742297

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Veröffentlicht unter Belletristik, Deutschland

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