E. M. Forster: Auf der Suche nach Indien

E. M. Forsters Roman "Auf der Suche nach Indien" fängt ganz harmlos an: Die Mutter eines britischen Kolonialbeamten in Indien, Mrs. Moore, macht sich zusammen mit ihrer potenziellen Schwiegertochter, Miss Quested, auf den Weg nach Indien. Die junge Miss Quested möchte Land und Leute - Briten wie Inder - kennenlernen. Nach der Reise will sie sich dann endgültig für oder gegen die Ehe mit dem Richter Mr. Heaslop entscheiden.

Der Autor des 1924 veröffentlichten Buches schickt die Damen auf eine Reise durch die Vorurteile der britischen Kolonialgesellschaft und der besetzten, indischen Gemeinschaft. Keine der Gruppen und keiner der Protagonisten kommt dabei wirklich gut weg. Denn angesichts der Macht der Besatzer und der Ohnmacht der Besetzten bleibt für Freundschaft, Zuneigung und Aufrichtigkeit wenig Raum.

Und so endet der Roman mit dem pessimistischen Fazit, dass Freundschaft zwischen einem Briten und einem Inder "nicht jetzt und nicht hier" möglich sei.

Zum Glück sind wir 90 Jahre weiter und können dieses Fazit wiederlegen. Aber den Dünkel der Überheblichkeit einer ethnischen Gruppe einer anderen gegenüber sehen wir leider heute noch täglich, vor allem Montags.

"Auf der Suche nach Indien" ist ein Stück Weltliteratur, dass Dank der "ZEIT Bibliothek der verschwundenen Bücher" wieder in deutscher Sprache erhältlich ist.

Verlag der "ZEIT Bibliothek der verschwundenen Bücher" ist Eder & Bach, ISBN: 9783945386132

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Veröffentlicht unter Belletristik, Großbritannien

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