Elena Ferrante: Die Geschichte der getrennten Wege

Elena Ferrante löste in diesem Jahr einen Sturm der Begeisterung mit ihrer mehrbändigen neapolitanischen Geschichte der beiden Freundinnen Elena und Lila aus. Die ersten beiden Bände "Meine geniale Freundin" und "Die Geschichte eines neuen Namens" über die 50er- und 60er-Jahre lasen sich wie "Butterschnitte". Sicher ein Grund dafür, dass die Bücher internationale Bestseller wurden. Doch der aktuelle dritte Band geht inhaltlich andere Wege.

"Die Geschichte der getrennten Wege" setzt bei den Studenten- und Arbeiterunruhen in Italien Ende der 60er- und Anfang der 70er-Jahre ein. Die erste Hälfte des Buches dreht sich anhand der beiden Frauen weitgehend um die katastrophalen Arbeits- und Lebensbedingungen für Frauen, vor allem in den Fabriken, aber auch im akademischen Umfeld.

Dieser Roman fällt deutlich politischer aus als die Vorgängerbände. Viele meiner Freundinnen haben daher schon nach den ersten Kapiteln das Buch enttäuscht zugeklappt. Dabei lohnt sich die weitere Lektüre. Selbst wenn man politisch nicht ganz so interessiert ist, ist es spannend zu lesen, wie Elena und Lila mit ihrer jeweiligen Familiensituationen zurecht kommen, sich einrichten oder rebellieren.

Manche Probleme der beiden müssen wir heute nicht mehr meistern. Dennoch vollführen auch heute noch vor allem Frauen einen Spagat zwischen Familie und Beruf.

Suhrkamp Verlag ISBN 9783518425756

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Veröffentlicht unter Belletristik, Italien

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