Eshkol Nevo: Neuland

Der alternde erfolgreiche israelische Berater Meni verschwindet scheinbar spurlos in Peru. Hat er sich nach dem Tod seiner geliebten Frau das Leben genommen? Ist ihm ein Unglück zugestoßen? Voller Unruhe bricht sein Sohn Dori auf und versucht mithilfe eines Privatdetektivs das Schicksal seines Vaters aufzuklären.

Der Privatermittler Alfredo erweist sich schnell als lebenskluger und erfahrener Mann, der den fast schon hilflos wirkenden Dori nicht nur durch die Irrungen und Wirrungen Südamerikas führt, sondern ihm auch hilft, das eigene Leben in den Griff zu bekommen. Dabei wird er von Inbar unterstützt. Auch sie ist Israelin und auf der Flucht vor ihrer Familie, ihrer Familiengeschichte und ihrem Freund.

Der Roman schildert in bester Roadmoviemanier von Einsamkeit, Unsicherheit und den Sehnsüchten moderner säkularer Menschen. Dabei beleuchtet der Autor nicht nur die verzweifelte Suche nach dem Sinn des modernen Lebens, er zeichnet auch einen Entwurf für eine gesellschaftliche Neuordnung "Neuland". Neuland hält "Altneuland", also Israel, den Spiegel vor. Ein kluges Buch, das zwar vordergründig Israel im Visier hat, aber ebenso auf die europäische Gegenwart zielt.

Nevo ist erneut ein vielschichtiger, packender Roman über unsere Kämpfe und unser Scheitern im Hier und Jetzt gelungen.

Deutscher Taschenbuch Verlag, ISBN 9783423280228

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Veröffentlicht unter Belletristik, Israel, Südamerika

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