Eyal Megged: Oschralien

Ich liebe Literatur aus Israel und habe fast alles gelesen, was in den Jahrzehnten seit der Staatsgründung auf Deutsch erschienen ist. Aber Eyal Meggeds Werk "Oschralien" empfand ich als reine Zeitverschwendung.

Worum geht es? Hillel wurde nach Jahrzehnten von seiner Frau verlassen und trifft ein Jahr nach der Trennung im Urlaub die jüngere attraktive Israelin Anat. Zu Hause in Israel stellen sie fest, das die Urlaubsromanze Folgen hat: Anat ist Schwanger. Doch Hillel fühlt sich zu alt für eine weitere Familie und noch ein Kind. Im Grunde liebt er nur seine erste Frau und vor allem liebt er seinen Schmerz.

Erst Jahre später lässt er sich überreden, nach Australien, der neuen Heimat von Anat und ihrem Sohn Roy zu fliegen. Aber auch in Australien schafft Hillel es nicht, eine tiefe Beziehung zu seinem Sohn aufzubauen. Selbst hier geht es nur um ihn und seinen Schmerz über das Leben. Er ist nicht fähig zu lieben, nicht einmal sich selbst.

Vielleicht liegt es an der Endlosschleife, die der Autor in den Kopf des Protagonisten geschrieben hat. Vielleicht empfinde ich das Buch auch über weite Strecken schier unerträglich, weil ich weiß, wie realistisch diese Männerperspektive auf das Leben sein kann. Auf jeden Fall braucht man viel Geduld, wenn man den Roman lesen will. Eigentlich ist die Lese- und Lebenszeit dafür zu schade.

Berlin Verlag ISBN 9783827013491

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Veröffentlicht unter Belletristik, Israel
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