Fawwaz Haddad: Gottes blutiger Himmel

Ein blutiges Szenario entwirft Fawwaz Haddad in seinem jüngst erschienen Roman "Gottes blutiger Himmel". Die Hauptfigur ist ein 50-jähriger Journalist aus Syrien, der in Dubai eine neue Stelle antreten will. Kurz vor seiner Heirat mit seiner zweiten Frau erfährt er vom syrischen Geheimdienst, dass sich sein Sohn der Terrororganisation al-Qaida angeschlossen haben soll. Selbst kaum religiös, kann er diese Nachricht nicht glauben und macht sich auf die Suche nach seinem Sohn.

Aber wie macht man sich auf den Weg zu al-Qaida in den Irak? Mithilfe der Geheimdienste. „Wenn Gott auf der Seite von al-Qaida steht, bin ich bereit, mit dem Teufel zu paktieren“, lautet die pragmatische Einstellung des Vaters. Sowohl der syrische als auch der amerikanische Geheimdienst unterstützen seine Reise, um an den Sohn heranzukommen. Denn Samer ist nicht irgendein Terrorist. Er gilt als neuer Stern am Führungshimmel der Organisation.

Bedrückend, beklemmend, beängstigend sind Worte, die seine Erfahrungen auch nicht annährend beschreiben. Haddad schildert die Situation in Bagdad, wo ein Anschlag den nächsten jagd. Nie kannst du dir sicher sein, wer hiner welchem bestialischem Verbrechen steckt. Auch die westlichen Armeen und ihre Söldnertruppen schrecken nicht vor Grausamkeiten zurück. Extrem brutal gehen zudem die irakischen Profiteure des Krieges mit ihren Opfern um, die sie entführen, foltern und an den Meistbietenden verkaufen.

Der Gipfel allen Übels in Haddads Erzählung ist das Terrornetzwerk al-Qaida. Der Zynismus und die Menschenverachtung der Terrorsten ist grenzenlos und die Verzweiflung des Vaters entsprechend maßlos, denn es gibt keinen Weg zurück in das Herz und den Verstand seines Sohnes.

So ist "Gottes blutiger Himmel" ein bitteres, hoffnungsloses und vielleicht gerade deshalb ein wichtiges Buch. Es lässt zudem ahnen, wer alles im syrischen Bürgerkrieg mitmischt.

Aufbau verlag ISBN 9783351035228

 

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Veröffentlicht unter Belletristik, Irak, Syrien

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