Felix Bruzzone: 76

Die zweite Generation ist ein Standardbegriff für alle Shoaforscher. Bruno Bettelheim und seine Kollegen haben immer wieder gezeigt, dass die Kinder der Opfer ebenso traumatisiert sind wie ihre Eltern. Dies gilt nicht nur für die Kinder von Shoaüberlebenden. Darum lässt Felix Bruzzone Kinder von "Verschwundenen" zu Wort kommen.

Die Eltern wurden zur Zeit der Militärdiktatur und Argentinien zwischen 1976 und 1983 verschleppt und ermordet. Die Kinder sind ohne ihre Eltern aufgewachsen. In ihren Erzählungen schildern sie ihre Kindheitserinnerungen. Teils versuchen sie ihre Eltern wenigstens in der Phantasie lebendig zu machen. Immer aber wird deutlich, wie sehr sie die Leere, das Zurückbleiben ohne Eltern bis zum heutigen Tage mindestens prägt meistens quält.

Obwohl leichtfüßig geschrieben, ist das dünne Buch ein schwer zu ertragender Stoff. Was wäre, wenn die eigenen Kinder alleine bleiben?

Berenberg Verlag 2010, ISBN 978 3 937834 39 9

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Veröffentlicht unter Argentinien, Belletristik

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