Gaito Gasdanow: Das Phantom des Alexander Wolf

Mit einem Mord beginnt der Roman "Das Phantom des Alexander Wolf" des russischen Autoren Gaito Gasdanow. Im russischen Bürgerkrieg zwischen 1917 bis 1920 erschießt der damals jugendliche Held der Geschichte einen gegnerischen Soldaten. Nie lässt ihn die Erinnerung an die Tat los. Auch im Pariser Exil, inzwischen als Journalist tätig, verfolgen ihn die Bilder bis in die unruhigen Nächte hinein.

Eines Tages trifft er einen anderen Exilrussen, der ihm von einem bemerkenswerten Roman erzählt. Die Geschichte des Romans beschreibt genau seine Mordszene, aber aus der Perspektive des Ermordeten. Der Ich-Erzähler macht sich auf die Suche nach dem Autoren. Er muss wissen, ob er noch lebt und wie viel Schuld er selber wirklich trägt.

Auf der Suche nach seinem Schicksalsbruder entstehen lebendige Beschreibungen der französischen Gesellschaft zwischen den beiden Weltkriegen und wunderbare philosophische Dialoge über den Sinn oder Unsinn des Lebens.

Schade, dass das Werk so lange nicht in deutscher Sprache zu lesen war. Es erschien im Original bereits 1947. Aber für gute Literatur ist es nie zu spät.

Carl Hanser Verlag ISBN 9783446238534

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Veröffentlicht unter Belletristik, Russland

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