Giedra Radvilaviciute: Der lange Spaziergang auf einer kurzen Mole oder: Mein Spiel gegen mich selbst

Erzählte Essays nennt der Corso Verlag zutreffend die zehn Geschichten der litauischen Schriftstellerin Giedra Radvilavičiūtė unter der Überschrift „Der lange Spaziergang auf einer kurzen Mole oder: Mein Spiel gegen mich selbst“.

Seit vielen Jahren bevorzuge ich die Lektüre von Romanen und greife eher selten zu Erzählbänden. Doch „Der lange Spaziergang auf einer kurzen Mole“ war ein Glücksgriff.

Feinsinnig und klug lässt uns die Autorin am Alltag einer Frau um die 50 im heutigen Litauen teilhaben. Voller Selbstzweifel und doch selbstbewusst und optimistisch trifft die Erzählerin auf Nachbarn, Verwandte und Exilanten.

Die Erzählerin kann so den Bogen spannen über die wechselvolle litauischen Geschichte im 20. Jahrhundert hin zur heutigen Gesellschaft.

Im Blick hat die Autorin dabei immer den einzelnen Menschen und seinen Kampf mit der Liebe, dem Verlust oder der Trauer.

Ein leises, aber stark nachhallendes Buch einer Autorin, von der ich auch jenseits von Buchmesse-Gastländern eine Fortsetzung wünsche.

Sehr lesenswert ist auch das Nachwort von Nora Bossong.

CORSO in der Verlagshaus Römerweg GmbH ISBN 9783737407397

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Veröffentlicht unter Belletristik, Litauen

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