Goran Fercec: Wunder wird es hier keine geben

Dank des literarischen Netzwerkes TRADUKI finden so spannende Bücher wie der Roman von Goran Ferčec „Wunder wird es hier keine geben“ ihren Weg in die deutschsprachigen Buchhandlungen.

Bender heißt die Hauptfigur des Romans. Ein Mann, der in Einsamkeit irgendwo in einer deutschen Mietskaserne wohnt und sich von den Nachbarn oder eher noch vom Leben bedroht fühlt. Nicht ganz zu Unrecht, denn bei der Suche nach gleichgeschlechtlichem Sex wird er überfallen.

In dieser Situation kommt ihm der Anruf seines Vaters gerade recht. Die Mutter ist seit Tagen verschwunden und der Vater wünscht sich die Nähe des Sohnes, obwohl sie seit Jahren kaum miteinander sprechen und seit 15 Jahren nicht gesehen haben.

Vor 15 Jahren floh Bender aus dem Heimatdorf, das inzwischen in Kroatien an der Grenze zu Serbien liegt. Damals wohnten Serben und Kroaten im Dorf. Was geschah in dem Dorf? Warum leben bei der Ankunft von Bender in der Heimat nur noch sein Vater und ein „Bursche“ im Ort?

Erst zum Schluss löst der Autor das Geheimnis auf. Bis dahin schafft er es, die Lesenden in einen Sog zu ziehen, ob wohl Bender selbst wenig passiert und er kaum handelt. Gerade weil so wenig passiert, wird die riesige Leere in den ehemaligen Kriegsgebieten und vor allem in den Seelen der Überlebenden umso schmerzlicher greif- und spürbar.

Hinweis: Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar! Die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars hat keinerlei Einfluss auf meine Rezension.

Residenz Verlag ISBN 9783701717408

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