Guy Delisle: Aufzeichnungen aus Jerusalem

Graphic Novels erfreuen sich seit Jahren großer Popularität. Immer häufiger sieht man Regale in Buchhandlungen oder etwa auf den Buchmessen in Deutschland, die neben Mangas und Comics auch Graphic Novels enthalten. Bisher ging diese Welle an mir vorbei. Aber mit der Veröffentlichung der "Aufzeichnungen aus Jerusalem" von Guy Delisle überwog denn doch meine Neugier über meine Vorurteile. Zum Glück. Denn die Geschichten des kanadischen Zeichners sind eine echte Bereicherung.

Delisle verbrachte mit seiner Frau, einer Mitarbeiterin der Organisation "Ärzte ohne Grenzen", und seinen Kindern ein Jahr im arabischen Teil Jerusalems. Seine Erkundungen durch die Straßen Jerusalems werden zu einer Reise durch die Religions- und Kulturgeschichte. Sie enthalten aber auch Darstellungen zeitgenössischer Nahostpolitik.

Klug, emphatisch, selten wertend und vor allem nicht abwertend zeichnet und beschreibt er seine Erlebnisse. Obwohl man sich manches Mal beim Kopfschütteln ertappt, bringt Delisle dem Leser alle Parteien näher. Gleichzeitig wirft er ein kritisches Auge auf alle Beteiligten ob NGOs, Palästinenser, Israelis, Juden, Christen oder Muslime.

Die Lektüre ist leichtfüßig, tiefsinnig und unbedingt empfehlenswert für alle, die sich nicht durch dicke Geschichtsbücher über den Nahostkonflikt durcharbeiten wollen.

Reprodukt 2012 ISBN 9783943143041

Veröffentlicht unter Israel, Palästina

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