Emma Braslavsky: Aus dem Sinn

Wofür eine Stadtbibliothek gut ist? In die Stadtbibliothek ziehen über die verschlungenen Wege der Bürokratie auch Werke ein, die in den Feuilletons selten wahrgenommen werden. Hierzu gehört der Roman "Aus dem Sinn" von Emma Braslavsky.

Die junge Autorin erzählt die Geschichte einer Gruppe von Sudetendeutschen in Erfurt, die im Jahr 1969 nach den Sternen der Freiheit greifen und von den Mühlen des Sozialismus zerrieben werden. Am Ende stehen Selbstmord, Lagerhaft oder der Verlust des Gedächtnisses in Folge von psychiatrischen Experimenten auf Befehl der Staatsmacht.

Ein trauriges Buch? Sicher, aber auch eine Erzählung voller Humor und Empathie für die Heimatlosen, für die Möchtegern-Helden, die Mitläufer, die Ohnmächtigen, die Zweifler und die Verzweifelten. Ich freue mich schon auf das nächste Buch „Das blaue vom Himmel über dem Atlantik“.

claassen 2007, ISBN 9783546004190

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Veröffentlicht unter Belletristik, Deutschland
Ein Kommentar auf “Emma Braslavsky: Aus dem Sinn
  1. Rainer Klimper sagt:

    Ein beeindruckender Roman über eine gar nicht lange vergangene Zeit.
    Daumen hoch.

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