Hans Joachim Schädlich: Felix und Felka

Felix Nussbaum bin ich das erste Mal 1998 in einer Wechselausstellung des Jüdischen Museums in Frankfurt begegnet. Die beindruckenden Kunstwerke, die hauptsächlich auf der Flucht vor den Nazis entstanden waren, gruben sich tief in mein Gedächtnis. Hans-Joachim Schädlichs erzählerische Aufarbeitung der Fluchtjahre von Felix und seiner Frau Felka "Felix und Felka" war für mich daher ein Muss.

Anfangs fiel mir die Lektüre sehr schwer. Der Erzählton ist ungemein eintönig und lakonisch. Mit der Zeit verstand ich, dass Schädlich die Aufmerksamkeit des Lesers gerade durch diese Erzählweise noch stärker auf das Paar und die immer enger werdende Schlinge um ihren Hals lenkt.

Obwohl das Buch so schmal ist, hält man es kaum aus, den beiden Künstlern auf ihrem Weg in die Hölle von Auschwitz zu folgen. Es tut so unendlich weh: Denn Felix und Felka spürten zwar die Bedrohung, aber im Grunde ihres Herzens glaubten sie an das Gute im Menschen. Und genau das, brachte ihnen den Tod.

Vielleicht sollten wir doch noch viel aufmerksamer auf den sogenannten rechten Rand, der längst in unserer Mitte ist, achten.

Rowohlt Verlag ISBN 9783644050914

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Veröffentlicht unter Belletristik, Deutschland

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