Ivana Bodrožić: Hotel Nirgendwo

Der Roman "Hotel Nirgendwo" von Ivana Bodrožić beginnt mit einer Idylle und versinkt im Bürgerkrieg.

Ein 9-jähriges Mädchen reist mit einer Gruppe von Kindern zum ersten Mal ans Meer. Was könnte schöner sein? Frieden! Denn im Hinterland tobt der Bürgerkrieg in der Heimat Vukowar. Nach langem Warten und Ausharren können sich ihr Bruder und ihre Mutter zu ihr durchschlagen. Gemeinsam kämpfen sie sich in den kommenden Jahren durch den Dschungel der Bürokratie, die Missgunst der Nachbarn und die eigene Verzweiflung.

Die Autorin versucht mit Leichtigkeit und Witz die schwierige Situation der Flüchtlinge aus der Sicht des Mädchens zu beschreiben. Einem Mädchen, das vor allem in der Pubertät einfach versucht, ein ganz normales Mädchen zu sein.

Bürgerkrieg und Vertreibung mitten in Europa sind Traumata, die wir nur allzu schnell vergessen haben. Umso wichtiger ist ein solcher Roman, der diese Geschichte von Innen schildert. Doch trotz vieler bewegender Szenen, packt das Buch nicht. Vielleicht liegt es an der Perspektive, vielleicht an der Übersetzung: Die Sprache fließt nicht, die Geschichte klingt zu aufgesetzt und fesselt den Leser nicht bis zum Schluss.

Paul Zsolnay Verlag 2012, ISBN 9783552055612

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Veröffentlicht unter Belletristik, Kroatien

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