Jan Novak / Jaromir 99: Tschechenkrieg

Anlässlich des Gastlandauftritts Tschechiens auf der Leipziger Buchmesse 2019 habe ich mich zu Recht ganz besonders auf ein Buch gefreut: Die Graphic Novel „Tschechenkrieg“ von Autor Jan Novák und Zeichner Jaromír 99.

Worum geht es? Eine Gruppe junger Männer rund um das Brüderpaar Josef und Ctirad Mašin kämpfen auch mit den Mitteln der Gewalt gegen das kommunistische Regime in ihrer Heimat Tschechien. Der ältere Bruder wird verhaftet und kommt nach zwei Jahren Folter und Gefängnis frei. Soweit man Anfang der 50er-Jahre frei sein kann hinter dem „Eisernen Vorhang“. Also beschließen die beiden, sich gemeinsam mit ihren Freunden in den Westen durchzuschlagen, um sich dort den Amerikanern anzuschließen und als Spione zurückzukehren.

Klingt abenteuerlich? Wird es auch. Der Weg in den Westen führt sie über die DDR. Dort wollen sie über einen der Grenzübergänge in Berlin fliehen. Doch schon in der DDR hat ihr Fahrzeug eine Panne. Zu Fuß müssen sie sich Hunderte Kilometer durch das Land kämpfen. Eine große Menschenjagd beginnt, die blutig endet. Mehr will ich an dieser Stelle nicht verraten.

Die Erzählung basiert auf der wahren Geschichte der Brüder, die ihrem Vater Josef Mašin, einem Widerstandskämpfer unter der deutschen Besatzung, nacheifern wollten.

Der Text enthält für meinen Geschmack zu viel Heldenverehrung, gibt aber gute Einblicke in eine wenig ausgeleuchtete Epoche der deutsch-tschechischen Geschichte.

Die überwiegend schwarz-beigen Bilder von Jaromír 99 überzeugen in ihrer düsteren Schwermut.

Hinweis: Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar! Die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars hat keinerlei Einfluss auf meine Rezension.

Voland & Quist ISBN 978-3-863912-25-3

 

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