Jiro Taniguchi: Die Sicht der Dinge

Jiro Tanaguchi gehört zu den berühmtesten Comic-Zeichnern Japans. Sein Ruhm in Europa basiert wohl auch darauf, dass er mit Bildern und Worten Themen aufgreift, die bei uns eher in anspruchsvollen Romanen zu finden sind. So zeigt "Die Sicht der Dinge" eindringlich, wie sehr wir in unseren Wahrnehmungen gefangen sind.

Der in Tokio lebende Graphiker Yoichi erfährt Anfang der 90er Jahre vom plötzlichen Tod seines Vaters. Natürlich will er seinem Vater die letzte Ehre erweisen und reist erstmals nach 15 Jahren in seinen Heimatort Tattori.  

Yoichi hat als Kind eine sehr enge Bindung zu seiner Mutter. Nach der Trennung der Eltern fühlt er sich sehr einsam. Da sowohl seine Schwester als auch sein Vater ihren Schmerz nicht zeigen, entfremdet sich Yoichi zunehmend von der Familie. Nach dem Abitur nutzt er die Gelegenheit, den kleinen Ort zu verlassen und studiert in Tokio. Dort findet er schnell Arbeit und Anschluss. Seine Frau ist seine neue Familie und so verschiebt er den Besuch des Vaters Jahr um Jahr.

Während der Totenwache führt Yoichi viele Gespräche vor allem mit seiner älteren Schwester und seinem Onkel. In diesen Gesprächen erfährt er viele Details aus dem Leben seines Vaters, die ihm bisher so nicht bekannt waren. Aus all diesen Details entsteht eine ganz neue Sicht der Dinge auf seinen Vater, die Scheidung seiner Eltern und seine eigene Rolle im Familiengefüge. 

Eine über weite Strecken traurige Geschichte, die den Leser dennoch versöhnlich entlässt.

Carlsen Comics ISBN 9783551777317

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Veröffentlicht unter Belletristik, Japan
2 Kommentare auf “Jiro Taniguchi: Die Sicht der Dinge
  1. Ines sagt:

    Hallo Ruth,
    habe gerade von J. Taniguchi „Die Wächter des Louvre“ gelesen, eine Kooperation von Futuropolis und dem Louvre. Eine tolle Idee wie ich finde, suche gerade andere Bänder dieser Reihe!
    Lieben Gruß,
    Ines

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