Jörg Baberowski: Verbrannte Erde – Stalins Herrschaft der Gewalt

Selten hat mich ein Buch derartig gequält und gleichzeitig begeistert. Jörg Baberowski zeichnet in seinem Sachbuch "Verbrannte Erde - Stalins Herrschaft der Gewalt" den Weg eines der grausigsten Diktatoren dieser Welt nach. Der Historiker arbeitet auf fast 600 Seiten den Psychopathen hinter dem Machthaber heraus. Entsprechend bedrückend ist die Lektüre. Dennoch will man Kapitel für Kapitel mehr wissen über die perfiden und paranoiden Handlungen Stalins und steigt so immer tiefer hinab in das schier unendliche Blutbad.

Besonders interessant sind die Schilderungen des stalinistischen Umfeldes. Wie viele haben sich am Morden beteiligt? Wie viele haben sich am Blut berauscht und am Ende genauso schlotternd vor ihrem Henker gekniet? Wo hätten wir gestanden oder hätten wir gekniet? Wo stehen bzw. beugen wir uns heute angesichts der aktuellen Diktaturen?

Ein Lob auch für die Sprache. Während meines Geschichtsstudiums in den Achtzigerjahren glänzten die meisten deutschen Wissenschaftler noch mit Forscherdeutsch, damit nur ja kein "Ungelernter"den gelehrten Menschen verstehen konnte. Baberowski hingegen schreibt leicht verständlich und flüssig, was den Einstieg in diese dunkle Epoche erheblich erleichtert.

Verlag C.H.Beck München 2012, ISBN 9783406632549

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Veröffentlicht unter Belletristik, Russland

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