Joshua Sobol: Der große Wind der Zeit

Joshua Sobols jüngsten Roman „Der große Wind der Zeit“ habe ich mit gemischten Gefühlen gelesen. Während der Lektüre wurden Tausende Raketen von der Hamas auf Israel gefeuert. Die Israelische Verteidigungsarmee reagierte mit dem Beschuss des Gazastreifens. Eine weitere Runde von Toten, Verletzten und an der Seele Verwundeter wird den Nahost Konflikt weiter befeuern. Hoffnung auf Frieden habe ich so wenig wie der 81-jährige Schriftsteller und Dramaturg Joshua Sobol. Zumindest strahlt sein Roman tiefsten Pessimismus aus.

Wer sich aber auf diesen deprimierten und deprimierenden Ton einlässt, erfährt sehr viel über die Entstehungsgeschichte Israels über Gedanken und Gefühle der Aufbaugeneration, zu der auch der Autor gehört. Joshua Sobol hat sich mit all seinen Werken für Frieden und Verständigung eingesetzt. Er plädiert auch im aktuellen Roman für ein Miteinander der Religionen, Ideologien und Völker.

Doch für meinen Geschmack legt er zu viel Pädagogik und zu wenig Literatur in das Buch. Vor allem aber zeichnet er die Gründergeneration als zumeist weltoffene, sich der arabischen Bevölkerung annähern wollende Generation. Parallel gerät die Schilderung der heutigen Generation als oberflächlich, nationalistisch, konsum-orientiert.

Unterm Strich lese ich zu viele Klischees …

Hinweis: Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar! Die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars hat keinerlei Einfluss auf meine Rezension.

Luchterhand Literaturverlag ISBN 9783641221577

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