Julia Weber: Immer ist alles schön

Auf der Suche nach "Das Debüt 2017 - Bloggerpreis für Literatur" wählte das Team von "Das Debüt" aus den eingereichten 64 Romanen fünf Titel für die Shortlist aus. Bis zum 7. Januar 2018 haben wir 19 Blogger der Preisjury Gelegenheit, diese fünf Titel zu lesen und zu bewerten. Der erste Titel von der Shortlist, der auf meinem Tablet landete, war Julia Webers Debüt "Immer ist alles schön".

Doch "schön" ist kein Adjektiv, dass mir im Zusammenhang mit dem Roman einfällt. Todtraurig trifft die Stimmung des Romans eher.

Julia Weber stellt die beiden Geschwisterkinder Anais und Bruno in den Mittelpunkt ihrer Erzählung. Sie leben bei ihrer Mutter, die offensichtlich unter starken Depressionen leidet. Stellenweise kämpft sie erfolgreich dagegen an, verfällt aber immer wieder in den Alkoholrausch und in tiefe Tiefen, aus denen heraus sie die Kinder kaum versorgen kann.

Eines Tages verschwindet sie, sodass die Kinder sich alleine überlassen sind. Rührend kümmert sich Anais um ihren jüngeren Bruder, der immer mehr die Hoffnung auf die Rückkehr der Mutter verliert. Der "Riese", ein Sozialarbeiter, der punktuell bei den Kindern vorbei schaut, ist völlig überfordert. So treibt alles auf ein trostloses Ende hin.

Das Thema, die Stimmung und die Sprache des Romans passen in ihrer Trübsinnigkeit perfekt zusammen. Insofern ist es ein gelungenes Debüt. Dem Leser verlangt das Buch allerdings sehr viel ab. Die Lektüre ist daher nur Lesern zu empfehlen, die sich auf diese Trostlosigkeit einlassen wollen und selber seelisch sehr stabil sind. Alle anderen sollten von diesem Buch Abstand halten.

Limmat Verlag ISBN 9783857918230

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Veröffentlicht unter Belletristik, Schweiz
2 Kommentare auf “Julia Weber: Immer ist alles schön
  1. Eva Jancak sagt:

    xhttps://literaturgefluester.wordpress.com/?p=56936&preview=true

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