Julie Otsuka: Wovon wir träumten

Nicht alle Leseempfehlungen von Elke Heidenreich treffen meinen Geschmack. Mit Julie Otsukas Roman „Wovon wir träumten“ hat sie allerdings ins Schwarze getroffen.

Das schmale Bändchen beginnt mit der Schiffsreise einer Gruppe junger Japanerinnen Anfang des 20. Jahrhunderts in Richtung Nordamerika. In den USA erwarten sie angeblich japanische Ehemänner. Einige Frauen werden tatsächlich von ihren Männern am Hafen abgeholt. Andere landen direkt in Bordellen. Egal, was sie in den ersten vier Jahrzehnten in Amerika erleben – Sklaverei, Feld- oder Fabrikarbeit, liebende oder prügelnde Männer, wirtschaftlichen Aufstieg oder Fall –, am Ende wartet auf sie und ihre gesamten Familien die Deportation und Internierung nach dem Überfall Japans auf Pearl Harbor.

Ungemein berührend erzählt die Autorin vom schweren Schicksal der Frauen, dem Unrecht, das ihnen und ihren Familien angetan wurde, sowie ihren zerplatzten Hoffnungen auf ein vermeintlich besseres Leben in der Fremde.

Mare, ISBN 9783 866483002

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Veröffentlicht unter Belletristik, Japan, USA

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