Katja Petrowskaja: Vielleicht Esther

Mein Favorit unter den diesjährigen Nominierten des Preises der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Belletristik ist das Buch "Vielleicht Esther" von Katja Petrowskaja.

Die in Kiew aufgewachsene Autorin spürt in ihrem Roman ihrer Familie nach. Einer jüdischen Familie, die in Warschau, Kiew und Charkow ansässig war und zum Großteil von Nazis und Sowjets ermordet wurde.

Wer verbirgt sich hinter Arnold, Gertrud, Ozjel, Zygmunt, Mischa, Maria und eben vielleicht Esther? Alle diese Namen sind der Autorin aus den Erzählungen ihrer Großmutter und Mutter bekannt. Aber welche Lebensgeschichten verbergen sich hinter den Geschichten? Revolutionäre, Lehrer, Helden der Arbeit oder Soldaten, schwache wie starke Männer und Frauen kommen zum Vorschein, die sich gegen den tödliche Wahnsinn des 20. Jahrhunderts versucht haben zu wehren.

Einfühlsam und eindringlich schildert Katja Petrowskaja die Schicksale, soweit die Details noch recherchierbar sind. Herausgekommen ist ein schmales, zutiefst berührendes Buch in einem wunderbaren Sprachstil.

Suhrkamp Verlag, ISBN 9783518424049

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Veröffentlicht unter Belletristik, Deutschland, Polen, Ukraine
Ein Kommentar auf “Katja Petrowskaja: Vielleicht Esther
  1. Peter Schmadtke sagt:

    Sehr geehrte Frau Justen,

    dem kann ich nur zustimmen: zutiefst berührend und in einem wunderbaren Sprachstil! So ist es mir auch ergangen, als ich das Buch las.

    Da ich das Glück hatte, sie persönlich kennenzulernen, kann ich noch anfügen: eine faszinierende Kombination aus reflektierter Bescheidenheit und Spontanität…

    MfG

    Peter Schmadtke

    PS: Sie wissen nicht zu fällig die E-Mail-Adresse (oder Berliner Anschrift) von Katja Petrowskaja?!

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