Kazuki Kaneshiro: Fly Daddy Fly

Wer gerne in die Mitte der japanischen Gesellschaft eintauchen möchte, dem sei der Roman "Fly Daddy Fly" von Kazuki Kaneshiro ans Herz gelegt. 

Hajime Suzuki ist Abteilungsleiter in einer Firma in Tokyo. Mit seiner Frau Yuko und seiner 17-jährigen Tochter Haruka lebt er in einem kleinen Häuschen im Großraum der Metropole. Jeden Tag fährt der 47-jährige knapp zwei Stunden mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit und nochmals zwei Stunden zurück.

Er besuchte eine durchschnittliche Universität, machte eine durchschnittliche Karriere und führt ein ebensolches Leben. Hajime akzeptiert seine untergeordnete Stellung und sein niedriges Ansehen in der Gesellschaft, weil er glücklich ist, Ehemann und Vater zu sein. Ein Glück, das er meint, immer verteidigen zu wollen und zu können, bis seine Tochter eines Tages überfallen und zusammengeschlagen wird. 

Wie ein Feigling steht er im Krankenhaus vor dem Täter und seinen Fürsprechern. Der junge Mann ist eine großes Boxtalent, weshalb sein Trainer und sein Schuldirektor die Tat mit Schweigen und Schweigegeld versuchen zu vertuschen. Zunächst geht Hajime darauf ein. Kann aber bald schon die Angst seiner Tochter, die sich nicht traut, das Krankenhaus zu verlassen, kaum ertragen. Ebenso wenig kann er sich selbst ertragen. Warum verteidigt und beschützt er nicht seine Tochter? Warum nimmt er unterwürfig sein Leben hin? 

Voller Selbstzweifel trifft er eine Gruppe Oberschüler, die ihn bestärken zu kämpfen. Nicht mit roher Gewalt auch nicht mithilfe unbezahlbarer Anwälte, nein, er soll den Täter mit den eigenen Waffen schlagen.

Ob Daddy am Ende das Boxen erlernt und das Böse besiegt? Nur wer sich den Spaß macht, das schmale Buch selber zu lesen, wird es erfahren.

Cass Verlag ISBN 9783980902274

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Veröffentlicht unter Belletristik, Japan

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