Kenneth Bonnart: Der Löwensucher

Isaac wächst in den 30er- und 40er-Jahren in Johannisburg in Südafrika als Sohn jüdischer Einwanderer aus Litauen auf. Er ist ein ungestümer, wilder Junge. Gleichzeitig ist er sehr sensibel und spürt, dass seine Familie ein Geheimnis hütet. Was verbirgt seine Mutter? Warum hat die Familie die alte Heimat verlassen? Wer ist Cousin Abraham J. Suttner?

Spannend und dicht erzählt der südafrikanische Autor Kenneth Bonnart die Geschichte einer jüdischen Flüchtlingsfamilie. Bedroht, bedrängt und verfolgt von ihren christlichen Nachbarn und der zaristischen Regierung suchen sie Freiheit und Frieden jenseits von Europa. Die Geschichte ist nicht neu, aber die meisten Leser verbinden sie mit Nordamerika, obwohl Millionen jüdische wie nichtjüdische Bürger aus dem Zarenreich auch Richtung Südamerika, Südafrika und Australien geflohen sind.

Kenneth Bonnart hat aber nicht nur einen Familienroman geschrieben. Er erzählt auch von der ersten Generation nach dem Neuanfang. Diese will unbedingt das Unrecht, das die Eltern erlebt haben, wiedergut machen. Und Wiedergutmachung heißt, wirtschaftlichen Erfolg zu haben, damit die Plackerei für die Neueinwanderer ein Ende hat. Wenn aber der wirtschaftliche Erfolg oberste Priorität hat und dahinter andere Werte zurückstecken, wird es gefährlich und nicht selten kriminell.

Wie verletzend und selbstverletzend, trügerisch und selbsttäuschend das Streben nach Erfolg sein kann, erfährt Isaac schmerzhaft.

Der Roman "Löwensucher" vereint ein sehr gut recherchiertes Geschichtsbuch zur jüdischen-südafrikanischen Geschichte mit einer Erzählung über die Suche nach dem eigenen Glück.

Diogenes ISBN 9783257604573

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Veröffentlicht unter Belletristik, Südafrika

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