Khushwant Singh: Der Zug nach Pakistan

Indien 1947 schildert Khushwant Singh in seinem Buch "Der Zug nach Pakistan": In einem Dorf nahe der Grenze zum neugegründeten Pakistan leben Muslime und Sikhs friedlich miteinander. Doch die Ruhe wird gestört durch die rohe Gewalt um das Dorf herum. "Geisterzüge" voller ermordeter Sikhs und ein Fluss mit massakrierter Leichen ändern schnell die Stimmung. Rache lautet das Gebot der Stunde und das nächste Massaker, diesmal an Muslimen, scheint unausweichlich.

Meisterhaft erzählt Singh in seinem Roman von Menschen, die Stimmung machen und Menschen, die sich in Stimmung bringen lassen. Das Buch gilt als Klassiker der indischen Literatur. Es könnte aber genauso auch in Europa spielen. Hier wäre es der kroatische Nachbar, der plötzlich zum Feind erklärt wird, oder der jüdische Kollege, der denunziert wird. Die Motive, die Feigheit und die Grausamkeit sind die gleichen. Das sehr empfehlenswerte Buch entlässt den Leser hoffnungslos.

Insel Verlag 2008, ISBN: 978-3-458-17400-4

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Veröffentlicht unter Belletristik, Indien, Pakistan

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