Mahmud Doulatabadi: Der Colonel

Der Iran sorgt immer wieder für Schlagzeilen. Die zweifelhafte Nutzung von Atomenergie die Manipulation von Wahlen und die blutige Niederschlagung von Protesten macht einen nachdenklich. Woher kommt die Gewaltbereitschaft von Regierungsseite? Wie hält die Bevölkerung den Terror gegen sich aus? Dieser Frage geht Mahmud Doulatabadi in seinem Roman "Der Colonel" nach.

Er unternimmt in seinem Werk eine Reise zum Beginn der islamischen Revolution 1979. Die Hauptfigur war ein hoher Offizier im Schah-Regime. Als solcher hatte er Schuld auf sich geladen. Seine Söhne kämpften für die Revolution und er ließ sie diesen Weg gehen, weil er seine Schuld abtragen wollte. Einer von ihnen kehrt völlig gebrochen aus der Haft des Schah zurück. Seine anderen Kinder werden Stück für Stück von der Revolution "gefressen".

Die Regierungen wechseln sich in ihren Grausamkeiten lediglich ab und basieren auf der Ohnmacht und Wut der ehemaligen Verlierer. Die Familie hält den Terror der beiden Gewaltherrschaften auf Dauer nicht Stand. Sie erleidet sie, wehrt sich auf unterschiedlichen Wegen und bleibt doch bis zum jeweils eigenen Tod ohne große Hoffnung auf bessere Verhältnisse.

Ein düsterer Roman, der den Leser um einiges klüger aber auch mutloser entlässt.

Unionsverlag 2009, ISBN 978 3 293 00402 3

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Veröffentlicht unter Belletristik, Iran
2 Kommentare auf “Mahmud Doulatabadi: Der Colonel
  1. Hannes sagt:

    Wirklich Nett! Gefaellt mir! Wo ist denn der Facebook-Like-Button?

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