Mareike Fallwickl: Das Licht ist hier viel Heller

Bereits mit ihrem Debütroman „Dunkelgrün fast schwarz“ hat mich Bloggerkollegin Mareike Fallwickl als Autorin zutiefst überzeugt. Umso mehr freut es mich, dass auch ihr zweiter Roman „Das Licht ist hier viel heller“ klug und fesselnd geschrieben ist.

Im Mittelpunkt des Romans steht der Prototyp des alten weißen Mannes. Maximilian Wenger war ein Bestsellerautor mit allem, was das Klischee hergibt: Villen, viele Frauen neben der wunderschönen und erfolgreichen Ehefrau sowie zwei Kindern, zu denen er keinen Bezug hat.

Zu Beginn des Buches leckt er seine Wunden in der neuen, nicht repräsentativen, Singlewohnung, denn seine Frau hat nach seinen zahllosen Affären endgültig die Nase von ihm voll. Die Kinder im Teenageralter haben keine großen Erwartungen mehr an den Vater als Vater. Und zu allem Überfluss wollen die Leser seine Bücher nicht mehr lesen. Der Absturz in den Suff scheint vorprogrammiert.

Doch dann erhält er Briefe einer unbekannten Frau an seinen Vormieter. Neugierig öffnet er sie und ist sehr bewegt von dem intimen Inhalt über Liebe, Gewalt und Missbrauch. Seine Empathie ist nur oberflächlich. Er wittert den großen Stoff, der in den Briefen steckt und missbraucht sie seinerseits für sein erhofftes Comeback. Was er nicht ahnt: Auch seine Kinder erfahren Gewalt und Missbrauch.

So ist das Buch nicht nur ein großartiger Familienroman, sondern seziert gekonnt augenzwinkernd unseren zuweilen recht lächerlichen Literaturbetrieb.

Frankfurter Verlagsanstalt ISBN 9783627002640

Hinweis: Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar! Die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars hat keinerlei Einfluss auf meine Rezension.

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