Mareike Fallwickl: Dunkelgrün fast schwarz

Der Debütroman "Dunkelgrün fast schwarz" von Mareike Fallwickl ist für mich schon jetzt ein heißer Kandidat für den Bloggerpreis für Literatur "Das Debüt" 2018. Das liegt keineswegs daran, dass Mareike eine liebe und geschätzte Bloggerin ist. Sie ist vor allem eine wunderbare Schriftstellerin, wie ihr Debüt beweist.

Der Roman ist in Mareikes Heimatort Hallein bei Salzburg angesiedelt. Das kleine beschauliche Städtchen in Österreich ist Schauplatz einer verzwickten Freundschaft und zugleich ein Gesellschaftsporträt. Das Buch spielt auf drei Zeitebenen: der Zeit des Kennenlernens von Marie und Alexander, der Kindheit und Jugend von Max und Rafael sowie 16 Jahre später im hier und jetzt.

Die junge Krankenschwester Marie wird nach einem One-Night-Stand mit dem Medizinstudenten Alexander unfreiwillig Schwanger. Dennoch beschließen sie zu heiraten. Alexander soll die Praxis seines Vaters in Hallein übernehmen. Also zieht die junge Familie mit Sohn Moritz und Tochter Sophia aufs Land. Dort lernt Marie ihre ebenfalls zugezogene Nachbarin Sabrina kennen. Sabrinas Söhne Rafael und Samuel sind gleich alt.

Rafael und Moritz werden mit ihren drei Jahren bereits beste Freunde. Aber anders als im guten französischen Kinovorbild entwickelt sich die Freundschaft sehr problematisch. Rafael muss schon als Kind seine Überlegenheit gegenüber Kindern und Erwachsenen ausspielen. Er quält seinen Bruder genauso wie die Mitschüler. Auch Moritz wird körperlich wie seelisch von ihm immer wieder verletzt. Traut sich aber als schüchterner Mensch nicht, sich zu wehren. Er will lange diese Seite des Freundes nicht negativ bewerten. Marie hingegen sieht deutlich, wie verhängnisvoll die Freundschaft für ihren Sohn ist. Sie unternimmt aber nichts, hilft auch ihrer Nachbarin nicht bei ihren sehr offensichtlichen depressiven Schüben.

Das ganze Ausmaß des Unglücks, in dem sie alle gefangen sind, wird erst 16 Jahre später deutlich, als sich die Freunde nach all den Jahren erstmals wieder hören und sehen.

Für mich war die Lektüre ein einziger Rausch. Atemlos folgte ich den Protagonisten auf ihren verzweifelten Spuren. Ich hoffe, ich kann in Zukunft noch weitere Bücher aus Mareikes Feder lesen.

Frankfurter Verlagsanstalt ISBN 9783627002480

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Veröffentlicht unter Belletristik, Österreich
2 Kommentare auf “Mareike Fallwickl: Dunkelgrün fast schwarz
  1. monerl sagt:

    Liebe Ruth,
    eine tolle Buchbesprechung! Ich werde die Geschichte auch bald lesen, habe ich sie doch bereits eine Weile im Auge und auf der Wunschliste, nachdem ich erfahren habe, dass Mareike dieses Buch schreibt. Ich folge ihrem Blog auch und freue mich sehr für sie.
    Bin gespannt, ob du mit dem Preis „Das Debüt“ für 2018 recht haben wirst. 🙂
    GlG vom monerl

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