Martin Caparros: Wir haben uns geirrt

Gibt es ein Happy End in den postdiktatorischen Gesellschaften? Nein! So lautet die Antwort von Martin Caparros in seinem Roman "Wir haben uns geirrt".

Der Titel entspricht der Überzeugung der Hauptfigur Carlos. Er war einst Kämpfer gegen die Diktatur. Seine Frau verschwand ebenso spurlos wie Tausende andere. Und mit ihr verschwand seine Überzeugung, dass der Widerstand alle Zwecke heiligt und die Täter dereinst für ihre Tat bezahlen werden.

30 Jahre später lebt er in Argentinien und trifft Mitkämpfer und Täter von einst. Die ehemaligen Mitkämpfer werden nicht von den geringsten Zweifeln geplagt. Sie haben sich nicht geirrt. Geirrt haben sich auch die alten Folterknechte nicht. Sie schwimmen in der Postdiktatur auf der Speckseite des Lebens. Rache scheint die einzig sinnvolle Antwort auf  diese Verdrängung von Schuld und Mitschuld zu sein. Unbedingt lesenswert!

Berlin Verlag 2008,978 3 8270 0839 8

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Veröffentlicht unter Argentinien, Belletristik

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