Martin Peichl: Wie man Dinge repariert

Der Roman „Wie man Dinge repariert“ von Martin Peichl gehört zu den fünf Anwärtern des Bloggerpreises „Das Debüt“ 2019. Wenn ich nicht Jurymitglied wäre, hätte ich das Buch schon nach wenigen Seiten zur Seite gelegt und damit einen Fehler begangen.

Die ersten 30 Seiten strotzen vor scheinbaren Belanglosigkeiten des Ich-Erzählers über seinen jeweiligen Beziehungsstatus mit einer On-OFF-Partnerin sowie kurzen Schlenkern in seine Kindheit. Entsprechend unstrukturiert hüpft der Autor von einem Erinnerungssplitter in den nächsten.

Langsam nimmt das Buch dann seine Fahrt auf: Stakkatosätze wechseln sich mit poetischen und tiefgründigen Sätzen ab, die Persönlichkeit des Protagonisten formt sich heraus und dem Lesenden erschließt sich der gesellschaftskritische Aspekt des Buches. Alleine für Sätze wie diese lohnt sich die Lektüre: „Und vielleicht haben wir beide gehofft, dass wir uns gegenseitig reparieren können, …“, „Es gibt das Bleiben und das Hängenbleiben“ oder „Es gibt Tage, da wird jedes Gespräch, da wird jede Frage zur Messerstecherei“.

„Wie man Dinge repariert“ entwickelt im Laufe des Lesens einen Sog, der die ersten Seiten verschmerzen lässt. Dennoch fehlt mir bis zuletzt eine stringentere, lesbarere Struktur des Romans.

edition atelier Wien ISBN 9783990650110

Hinweis: Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar! Die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars hat keinerlei Einfluss auf meine Rezension.

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