Martin Pollack: Kontaminierte Landschaften

Eine wildromantische Flusslandschaft, ein tiefer Wald oder ein von Höhlen durchzogener Berg - hinter jeder dieser traumhaft schönen Landschaften Europas kann sich ein Leichenberg verbergen.

In seinem jüngsten Band führt uns der österreichische Autor Martin Pollack mitten in die scheinbar so unberührte Natur vor allem Mittel- und Osteuropas. Schicht für Schicht deckt er dabei die kontaminierten Landschaften Europas auf. Kontaminiert durch die Mordgesellen, die vor allem in der ersten Hälfte des Jahrhunderts im Namen einer angeblich so viel besseren Weltordnung Menschen zu Hunderten und Tausenden an einsamen, idyllischen Plätzen ermordeten und anschließend die Mördergruben gut tarnten.

"Die Gräber sollten unsichtbar werden, um die namenlosen Opfer für immer aus der Welt zu schaffen: ohne Leiche kein Verbrechen keine Anklage", erklärt Martin Pollack. Und ohne seine Empathie für die oft namenlosen Opfer wäre es den Tätern auch fast gelungen, sich unsichtbar zu machen.

"Kontaminierte Landschaften" ist ein mit Leidenschaft geschriebenes Sachbuch, das ich innerhalb weniger Stunden verschlungen habe.

Danke, Leipziger Buchmesse, für die Entdeckung des Buches und vor allem für die Begegnung mit dem Menschen Martin Pollack.

Residenz Verlag, ISBN9783701716210

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Veröffentlicht unter Belletristik, Deutschland, Österreich

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