Michael Stavaric: Fremdes Licht

Science-Fiction lässt mich in meinem normalen Leserinnenleben völlig kalt. Doch der Roman „Fremdes Licht“ von Michael Stavarič überzeugt selbst mich Skeptikerin.

Fremdes Licht von Michael Stavarič

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Stell dir vor, du erwachst eines Tages mitten in einer eiskalten zerklüfteten Landschaft und erinnerst dich Stück für Stück daran, dass dein Heimatplanet Erde von einem Kometen zerstört wurde und du zu den wenigen Menschen gehörtest, die auf einem Weltraumschiff entkommen konnten. Unheimlich? Sicher, aber auch unglaublich spannend und eindrucksvoll, wie die Protagonistin des Romans „Fremdes Licht“ von Michel Stavarič – Genforscherin Elaine – der Kälte und Einsamkeit trotzt.

In Rückblenden wird schnell klar, woher Elaine ihren Überlebenswillen und ihre Überlebenstechniken hat: Ihr Großvater war Inuit und hat sie in die Geheimnisse der Inuit eingeführt. Elaine vereint somit Erkenntnisse und Weisheiten der Inuit und der Wissenschaft. Wenn ein Mensch eine Chance hat, einsam und allein auf dem Planeten zu überleben, dann sie. Aber ist sie einsam und allein? Hat wirklich kein anderer Mensch den Absturz des Raumschiffes auf den Planeten überlebt?

Auf jeden Fall erschafft sie als Genspezialistin Tiere, die bald den Planeten bevölkern und wie auf der Erde eine Nahrungskette darstellen. Nun ist Elaine zwar nicht mehr einsam, muss aber versuchen, nicht selbst Teil der Nahrungskette zu werden.

Zwischen dem Überlebenskampf wird immer wieder die Geschichte ihrer Ur-Großmutter erzählt, einer Inuit, die als erste in die USA reiste. Viele Riten und Weisheiten des Volkes werden in langen – hier und dort ein wenig zu langen – Passagen beschrieben.

Geschickt und in einer wunderbaren Sprache verwebt der Autor Science-Fiction und Krimimomente mit philosophischen Betrachtungen und historischen Schlenkern.

Eine ausführliche Rezension findet ihr auch bei Zeichen und Zeiten.

Luchterhand Literaturverlag ISBN 9783641208950

Getagged mit: , , ,