Michel Houellebecq: Karte und Gebiet

Eigentlich sind es zwei Romane in einem, die der französische Schriftsteller Michel Houellebecq mit seinem jüngsten Werk "Karte und Gebiet" vorlegt.

In der Hauptgeschichte trifft der einsame Künstler Jed Martin den kauzigen Schriftsteller Michel Houellebecq. Gemeinsam ist ihnen die Bindungslosigkeit gegenüber Familie und Freunden sowie die Ablehnung der aufgeblasenen Kunstszene - ja der Gesellschaft im Allgemeinen. Grandios beschreibt der französische Meister diese beiden klugen und sensiblen Einzelgänger.

Gleichzeitig seziert er regelrecht die bessere französische Gesellschaft. Daran schließt auch der in den Roman eingeschobene Krimi an. Als Leser stoplert man über den Genrewechsel und über das Mordopfer. Das ist kein Geringerer als der Autor selbst, der im Buch bestialisch ermordet wird. Der Künstler liefert den entscheidenen Hinweis zur Überführung des Täters. Der Roman begleitet Jed Martin bis zu seinem Tode im Jahr 2035 und zeichnet ein düsteres Zukunftsbild.

Was bleibt? Nichts. Denn: "Die Vegetation trägt den endgültigen Sieg davon", so Houellebecq.

Dem Autor ist ein tiefgründiges und lesenswertes Buch gelungen.

DuMont Buchverlag 2011, ISBN 978 3 8321 9639 4

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Veröffentlicht unter Belletristik, Frankreich
2 Kommentare auf “Michel Houellebecq: Karte und Gebiet
  1. Maurice sagt:

    Toller Blog, ich komme auf jeden fall regelmaessig

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